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Nach dem Tod meines Hundemädchens stellten wir fest: “es fehlt was!” Es lag also nahe, dass wir uns wieder einen Hund zulegen, allerdings nicht als einen Ersatz für das verstorbene Tier – insofern keinen Terrier und auch nicht in der Farbe schwarz /weiß. Ich wünschte mir ein Mädchen, die Größe des Hundes war durch unseren Wohnraum begrenzt. Was also sollte es sein??
Wir nahmen uns eine gerade herumliegende Tageszeitung und machten uns auf die Suche. Da gab es etliche Angebote – viele fielen aber bereits auf den ersten Blick raus, da die Hunderasse für uns einfach zu groß war. Unser Blick blieb bei einer Anzeige von einem Pudel in „apricot“ hängen: etwa Kniehoch, nicht schwarz / weiß und kein Terrier. Eigentlich erfüllte dieses Tier alle unsere Wünsche. Aber ein Pudel??? Gehen nicht nur alte und /oder aufgetakelte Damen mit solch einem Hund Gassi?? Und waren es nicht gerade Pudel, die in der Öffentlichkeit häufig mit albernen Haarschnitten, pinken Krallen und Frisuren dargestellt wurden?? Also irgendwie keine Hunde sondern „dumme Viecher“, die alles mit sich machen ließen?? Da wir aber keinen „dummen Hund“ wollten, schlossen wir erst einmal den Pudel als mögliches Familienmitglied aus.
Ein paar Tage später – mein Mann orientierte sich gerade im Internet auf einer Tieranzeigenseite - fiel unser Blick auf ein Bild mit einem kleinen schwarzen Kopf mit weißer Schnauze und wunderschönen Kulleraugen. Das war es – das war unser neuer Hund (bzw. könnte es werden)!! Dieses kleine Gesicht hatte uns verzaubert! Aber was war das für ein Tier? Wie groß würde es werden? Würde es dann immer noch zu uns passen?? Der Text teilte uns mit: es war ein Zwergpudel. Hilfe! Gerade ein Pudel!! O.K., die Größe wäre in Ordnung – aber ein Pudel?? Also haben wir weiter gesucht. Leider konnte es uns kein anderer Hund mehr Recht machen – bei dem einen waren die Ohren zu lang, beim nächsten die Nase zu spitz, ein anderer hatte eine Zeichnung im Fell die uns nicht gefiel usw. Immer wieder war es das Bild dieses „unseres“ Pudels, zu dem wir zurück scrollten.
Na gut, wir ließen also das Schicksal entscheiden und riefen bei der Züchterin an. Ja, das einzige Mädchen wäre noch da und es hatte noch kein Interessent wegen ihr angerufen. Allerdings kam dann der Hammer: die Züchterin wohnte über 600 km von uns entfernt und erwähnte auch gleich, dass sie auf keinen Fall eine lebendes Tier mit einem Fahrtransport schicken würde. Das war allerdings auch keine Frage, denn lieber hätte ich auf das Tier verzichtet als ihm so etwas zuzumuten.
Also suchten wir weiter – ohne Erfolg. Wir diskutierten lange, was wir denn nun machen sollten und kamen überein: sollte dieser Hund noch immer bei der Züchterin verfügbar sein, nehmen wir die lange Fahrt in Kauf und es wird unser!
Mittlerweile leben wir mit unserer Josi 2 ½ Jahre zusammen und ich habe meine Einstellung zu der Rasse „Pudel“ von Grund auf geändert. In meinen Augen ist gerade ein Pudel ein perfekter Familienhund – da er keinerlei Haare verliert ist er sogar für Allergiker geeignet (meine kleinere Tochter leidet unter allergischem Asthma und kommt gut mit unserem Hund zurecht). Die Größe unserer Josi ist perfekt (schnell mal unter den Arm zu klemmen) und ihr ganzes Wesen ist einfach nur zauberhaft. Sie ist unheimlich aufmerksam und lernt ziemlich schnell die Dinge, die wir ihr beibringen (z.B. ohne Leine vor unserem Bäcker sitzen zu bleiben, sich an Straßenrändern hinzusetzen und nur auf Kommando die Straße zu überqueren usw.). Dadurch hat Josi auch noch nichts kaputt gemacht – mal abgesehen von ihrem Plüschtier, von dem sofort die Ohren und Augen abgeknabbert wurden. Auch ihr Temperament passt sie auf unsere Stimmung an. So liegt sie z.B. ganz relaxt mit mir auf der Couch und ist in einer 1000’tel Sekunde zum Spielen mit Herrchen bereit, sobald er auch nur ihr Spielzeug anfasst. Hat er dann genug gespielt, legt sie sich eben wieder ganz ruhig zu mir auf die Couch. Wir haben sie die ersten Jahre auch nicht wie einen Pudel scheren lassen, was auf der Straße viele Leute zu der Frage nach der Rasse bewegte. Seit wir nun den Anschluss an den Berliner Pudelverein des VDP gefunden haben, hat sich allerdings auch unsere Meinung zur Frisur geändert. Sie wird jetzt ein „richtiger“ Pudel – frisiert nach den Vorstellungen des VDP. Dort lernten wir auch andere Pudel in verschiedenen Größen und Farben samt ihrer Herrschaften kennen.
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